Womanity: Ein wahnsinnig tolles Parfüm von Thierry Mugler

WOMANITY – der neue Thierry Mugler

facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Ein neues Parfüm von Thierry Mugler

Völlig überrascht war ich, als ich vor einigen Tagen einen Briefumschlag mit dem neuen Duft von Thierry Mugler im Briefkasten fand. WOMANITY heißt er. Thierry Mugler war mir bislang zwar als Label bekannt, allerdings habe ich noch nie einen Duft von Thierry Mugler für mich selbst gekauft. Ein paar Duftproben hatte ich allerdings und ich fand diese bisweilen immer ganz toll. Deshalb freute ich mich zuerst auf dieses neue Womanity.

Womanity von Thierry Mugler
Womanity von Thierry Mugler

Wah, was ist denn das für ein Parfüm?

Heute Morgen hab ich mir den Flakon samt Inhalt näher angeschaut und erstmals eine Duftprobe von Womanity genommen. Es hat mich umgehauen. Sofort fiel mir mein längst schon verstorbener Chemielehrer ein, der immer sagte:

„Wir halten nicht die Nase dran, sondern wir halten Sicherheitsabstand und beginnen zu fächern!“

Doch schön der Reihenfolge nach.

Der neue Mugler-Duft kam in einem schönen Ballonseidensäckchen. Das Label Thierry Mugler ist in einem silbermattglänzenden Schriftzug aufgedruckt. Das Säckchen wird von einem hellen, grau-rosafarbenen Seidenband zugeschleift.

Noch während das Mugler-Säckchen ungeöffnet war, spürte man, dass es ungewöhnlich schwer wiegt. Weil ich grundsätzlich immer erst auspacke und später dann die Begleitschreiben aufmerksam lese, hatte ich anfangs gar keine Vorstellung, was überhaupt in dem Sächen sein könnte. Umso überraschter war ich deshalb auch, als ich den kleinen Womanity Flakon entpuppte, der doch eher klein, aber eben sehr gewichtig ist.

T. Mugler Womanity Eau de Parfum 30 ml refillable

Price:

4.0 von 5 Sternen (4 customer reviews)

0 used & new available from

Ein zauberhafter Parfümflakon, das Womanity

Der kleine 10 ml Flakon wirkt aufgrund seiner Form im ersten Anblick erst sehr schlicht, gibt aber beim näheren Hinsehen viele kleine Geheimnisse preis, die einen neugierig den Flakon erobern lassen.

Meiner Affinität zu Glas und Metall wurde hier absolut Rechnung getragen. Der Womanity Flakon ist aus sehr angenehm anzufassenden Glas aufgezogen, hat eine, am oberen Rand rundum verlaufende Profilierung, einen edelstahlmatten Schraubverschluss sowie einen profilierten Ring, der den Verschluss darstellt.

Der Ring lädt zum Spielen ein, denn eher schwer geht er abzuziehen. Beim Aufsetzen des Ringes braucht es einen festen Druck, der ein metallisches Klicken nach sich zieht sobald man den Widerstand überwunden hat. Das Klicken hört sich je nach Unterlage, auf der der Parfümflakon steht, unterschiedlich an. Steht der Flakon dabei auf einem Holztisch, klingt es eher frech und quirlig, hält man den Flakon in der Hand, dann eher leise und dumpf, klickt man auf Porzellan, klingt es eher hölzern und sonor und wenn man auf einer Glasunterlage klickt, hört es sich sehr laut, sehr frech und sehr fordernd an.

Falls ihr euch jetzt fragt, warum ich das so detailliert beschreibe? Weil nämlich genau dieses Detail bei Womanity keinesfalls dem Zufall überlassen wurde, sondern ganz gezielt von Thierry Mugler eingesetzt wurde, um die Damenwelt zum individuellen Spielen zu verführen.

Parfümflakon von Womanity
Parfümflakon von Womanity

Nicht umsonst wird WOMANITY so präsentiert

„WOMANITY ist das Gesicht einer neuen Weiblichkeit: Frauen sind verschieden und unvergleichbar, einzigartig und vielfältig. Durch Ihre Verbindung entsteht ein bunter Erfahrungsmix, eine gemeinsame Energie und Entschlossenheit zum positiven Wandel.“

Die Aussparungen auf dem Flakon sowie auf dem Ring sind für mich nicht näher definierbare Zeichen, vielleicht auch einfach nur optische Dekors ohne nähere Bedeutung.

Mit einem Gesicht als Relief wird der Flakon in seinem optischen Profil abgerundet, wirkt dabei sehr imposant, robust, aber trotzdem auch zart und weiblich. Vielleicht wäre da ein Janus-Abbild auf der gegenüberliegenden Seite des Gesichts gar nicht mal so unpassend gewesen.

Der Boden des Flakons ist ebenso im Design integriert, wie das Klicken des Ringes, wenn man ihn auf den Flakon aufsetzt. Wirkt er doch wie Bodenständigkeit, Stabilität, Stärke, Kraft, Energie und vielleicht auch ein bisschen Dickköpfigkeit.

In der Originalgröße ist der Ring mit dem Glasflakon durch eine Kette verbunden. Dies steht für die Verbundenheit der Frauen zueinander.

Ein femininer Duft – und eine Rebellion

Betrachtet man den Womanity Flakon mit Fokus auf Femininität, kommt man kaum drum herum, auch maskuline Komponenten zu entdecken. Sei es nun die Kombination von Metall und Glas, die beide Attribute vereint, oder die Profilierung des Glases – hier gibt es ausreichend runde Formen und Züge, die die Weiblichkeit präsentieren, aber ebenso Ecken und Kanten, die durchaus eher männlich wirken. Es ist halt ein echter Thierry Mugler. Extrovertiert.

Doch ist WOMANITY keinesfalls ein Unisex-Duft, sondern eindeutig für die Damenwelt. Die Macho-Allüren düften somit eher für Power, Pep und Durchsetzungskraft bürgen.

So, dann widme ich mich jetzt dem Duft

Die ersten Sekunden der Kopfnote – Wow

Schon beim ersten Ansprühen steht fest: Dieser Thierry Mugler Duft neigt dazu, erschlagen zu können, obwohl die wahre Intensität sich erst nach einigen Minuten voll entfaltet. Anfänglich verlockt ein spritziger, herber, würziger Duft, mit der Nase sehr, sehr dicht heranzugehen und den Duft tief aufzunehmen, weil er kaum greifbar und nur äußerst schwer definierbar scheint. So etwas hatte ich bisher noch nie gerochen.

Auf der Suche nach der Richtung des Thierry Mugler Duftes schnupperte ich – entgegen der eindringlichen Ermahnung meines längst schon verstorbenen Chemielehrers – unentwegt, bis ich nach wenigen Schnupperzügen das Gefühl hatte, dass mein Geruchsorgan von Womanity völlig gelähmt sei. Ich nahm Abstand, schob meinen Handrücken weit von mir und drehte meinen Kopf in die entgegengesetzte Richtung, um in der Nase wieder frei zu werden.

Ich wage noch ein Riechversuch

Nach ein paar Minuten näherte ich mich wieder und versuchte erneut, dem Geheimnis von WOMANITY auf die Spur zu kommen. Dieses Szenario wiederholte ich einige Male, wobei es mir doch halbwegs gelang, die einzelnen Stufen des Duftes ein wenig in ihrer Charakteristik wenigstens ungefähr zu erkunden.

Angefangen mit der Wahrnehmung eines herben, würzig-holzigen Duftes, der gleichzeitig nach Meer (Kaviar) riecht, intensiviert sich der Duft eindeutig Richtung Natur und bestätigte dies mit einer kaum zu erahnenden Intensität. WOMANITY ist unglaublich wandlungsfähig, etwa wie das Schattenspiel auf dem Waldboden während eines ausgedehnten Spazierganges. Ich assoziiere mosig und waldig. Es hat aber auch was von „Steinen im Wasser“.

Der Duft fängt bei holzig, herb und würzig an, verfällt dann in eine schon beinahe penetrante Überlagerung der Duftnoten und entwickelt sich dann in eine sehr angenehme Süße gepaart mit überschwänglichen Fruchtnoten von Feigen, die dennoch eine herbe Komponente in sich birgt. Aber erst nach vielen, wirklich sehr vielen Stunden.

Zwischendurch schaute ich schon völlig ungläubig auf den Flakon, weil ich mir sicher war, dass es sich um ein Extrait Parfum handeln müsste. Eine vergleichbare Intensität und solche Haltbarkeit habe ich bisher nur ein einziges Mal erlebt bei Versace´s Blonde, das ich mal vor gut und gerne 13 Jahren unwissend gekauft habe. Blonde bescherte mich bei den ersten Trageversuchen stets mit heftige Migräne bishin zur Übelkeit, obwohl ich die Note sehr, sehr interessant fand.

Womanity haut mich von den Socken

WOMANITY erscheint mir ebenso wenig wie Blonde als „Einsteigerparfum“ geeignet zu sein. Obwohl ich intensive Parfums liebend gerne mag, hat mich dieser Thierry Mugler vollkommen aus den Latschen gehauen. Die Duftkombination von Kaviar, Feige, tierischen Duftnoten und vielerlei mehr ist einfach wahnsinnig. Die Haltbarkeit und die Stärke des Parfüms sind irre. Ich hatte 3 Tage Migräne und 3 Tage Übelkeit. Es ging der ganzen Familie so.

Im direkten Vergleich mit den ESCADA-Düften (hierzu bin ich euch noch die ausführlichen Testberichte schuldig, kommen aber bald) wirkt WOMANITY völlig erschlagend und umwerfend – beinahe schon im negativen Sinn – es entwickelt jedoch einen tiefen Charme, der Lust auf mehr macht. Ich WILL dieses Parfüm lieben – lernen.

Hin und wieder mag ich sehr gerne auch mal einen guten Herrenduft tragen. Mein absoluter Liebling ist hierfür Davidoff´s Zino. Für mich gibt es kein Herrenparfüm, das mehr maskulin sein könnte. WOMANITY ist für mich das feminine Pendant zu Zino und wird von mir definitiv einem intensiveren Test unterzogen – jedoch diesmal mit ausreichend Vorwarnung.

Damit ihr mich nicht falsch versteht: WOMANITY ist absolut ein großartiger Duft, den man aber – wie ich spontan meine – unbedingt richtig konsumieren muss. (Updated: Denn er wurde meine größte Liebe, die auch im Jahr 2015 noch ungebrochen anhält.)

Mit äußerster Vorsicht zu genießen

Obwohl ich im ersten Test nur einmal gesprüht habe, war angesichts des schweren Duftes die Tageszeit unwissend ungünstig gewählt.

Meiner ersten Einschätzung nach sollte man WOMANITY einige Zeit bevor man auf andere Menschen trifft bereits auftragen und denkbar wäre es wohl auch, wenn einem der Duft zu intensiv ist, ihn auf ein Trägerkärtchen aufzusprühen, um ihn später von dort auf die Haut zu reiben.

Auf alle Fälle werde ich WOMANITY weiter testen und darüber berichten. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich WOMANITY für mich zu einem neuen Lieblingsduft entwickelt. Im Gegensatz zu Absolutely Me von ESCADA – da war es Liebe auf den ersten Atemzug – muss die Liebe zu WOMANITY von Thierry Mugler bei mir erst wachsen. Aber damit bestätigt WOMANITY eben nur das Frau-Sein: Es ist kompliziert!

Dieser neue Eindruck vom Label Thierry Mugler ist sehr vielversprechend und interessant. Auch der Webauftritt gefällt mir sehr, sehr gut. Ich habe dort viele Düfte gesehen, die ich noch ausprobieren würde. Vielleicht bietet sich mir ja die Gelegenheit, in Zukunft auch einmal die älteren Thierry Mugler Düfte näher vorzustellen. Spaß daran hätte ich jedenfalls!

facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Share This Post

Post Comment